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Bilaterales Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel

Heute führte Premierminister Alexander De Croo ein Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, die bis Ende des Jahres auch den Vorsitz des Europäischen Rates innehat. Premierminister De Croo und Bundeskanzlerin Merkel besprachen eingehend die COVID-Situation in Europa, aber auch das Brexit-Dossier und die belgisch-deutsche Zusammenarbeit im Energiesektor. Ursprünglich war ein physisches Treffen geplant, aber aufgrund der epidemiologischen Situation in Europa fand das Gespräch virtuel statt.

 

Deutschland ist bei weitem der wichtigste Handelspartner Belgiens. Die gegenseitigen Investitionen sorgen für mehr als 120.000 direkte Arbeitsplätze in beiden Ländern. „Neben einigen punktuellen bilateralen Themen wie der heutigen Inbetriebnahme der Alegro-Trasse stand vor allem unsere gemeinsame europäische Agenda im Mittelpunkt. Belgien und Deutschland treffen einander sehr oft in „der Mitte“. Eine pragmatische, aber eindeutig pro-europäische Linie ist das, was uns verbindet.“

Premierminister De Croo und Bundeskanzlerin Merkel betonten, wie wichtig eine gute europäische Zusammenarbeit im Bereich von COVID-19 sei, um die neue Kontaminationswelle einzudämmen.

Alexander De Croo: „Gemeinsam mit dem Europäischen Rat haben wir beschlossen, uns regelmäßig zu treffen, um den Ansatz bei COVID-19 zu diskutieren. Die zweite Videokonferenz ist für kommenden Donnerstag geplant. Es ist gut, dass wir als europäische Regierungschefs Erfahrungen austauschen. Denn letzten Endes kämpfen wir alle gegen denselben Virus. Wir müssen jetzt dafür sorgen, dass dieser Austausch bewährter Verfahren auch zu operativen Ergebnissen führt. Sicherlich kann die europäische Zusammenarbeit im Bereich der Koordinierung von Teststrategien mit klaren Vereinbarungen über den Einsatz und die Anerkennung von Antigenetsts und der Kompatibilität der nationalen Corona-Apps, ihren Mehrwert unter Beweis stellen.“

Auch die gemeinsamen Interessen im Hinblick auf den Brexit wurden angesprochen.

Alexander De Croo: „Belgien ist wie Deutschland ein stark exportorientiertes Land. Wir wollen zwar enge Handelsbeziehungen mit dem Vereinigten Königreich aufrechterhalten, aber nicht um jeden Preis. Wir werden die europäische Einheit als Druckmittel einsetzen, um von der britischen Regierung gleiche wirtschaftliche Wettbewerbsbedingungen einzufordern. Unsere europäischen Unternehmen müssen in der Lage sein, auf der Grundlage fairer und für alle geltender Regeln zu konkurrieren.“

Belgien und Deutschland teilen auch dieselbe strategische Vision für die Klimaziele und die damit verbundenen wirtschaftlichen Herausforderungen.

Alexander De Croo: „Ökonomie und Ökologie stehen nicht in Widerspruch zueinander. Sie verstärken sich vielmehr gegenseitig. Wenn wir bis 2050 eine CO2-neutrale Wirtschaft und den Ausstieg aus der Kernenergie wollen, müssen wir uns auf Innovationen konzentrieren. Das bedeutet, zusätzlich zu den erneuerbaren Energien in neue Technologien wie Wasserstoff zu investieren. Die Entwicklung dieser neuen nachhaltigen Energieinfrastruktur wird zudem zahlreiche neue Arbeitsplätze schaffen.“

„Europa muss diese Energiewende gemeinsam vollziehen. Das ist die einzige Möglichkeit, die positiven Effekte zu maximieren. Übrigens will Deutschland, wie auch unser Land, eine starke Einbindung des Privatsektors bei den Entscheidungen über diese neuen Investitionen.“