Biographie

Elio Di Rupo wurde am 18. Juli 1951 in Morlanwelz geboren. 1952 kommt sein Vater bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Seine Mutter zieht ihre sieben Kinder danach allein groß. Seine Herkunft aus bescheidenen Verhältnissen ließen Di Rupo schon früh erkennen, dass er studieren muss, um eine sichere Zukunft zu haben. An der Universität von Mons macht er seinen Doktor in Naturwissenschaften. Er wird auch Lecture Member of Staff der Universität Leeds, Großbritannien.

Im Laufe seines Studiums entwickelte der junge Elio Di Rupo ein politisches Bewusstsein. Er wird Mitglied der Sozialistischen Partei, in er seine humanistischen Ideale von sozialer Gerechtigkeit und individueller Freiheit wiederfindet.

Seine politische Karriere beginnt 1982, als er Gemeinderatsmitglied in Mons wird, wo er das Internationale Festival des Liebesfilms ins Leben ruft. 1986 wird er Schöffe.

1987 wird er für den Wahlkreis Mons-Borinage ins Parlament gewählt. 1989 wird er Mitglied des Europäischen Parlaments.

1991 wird er zum Senator gewählt. 1982 wird er erstmals zum Minister ernannt. Die SP vertraut ihm das schwierige Ministerium der Erziehung (1992–1994) und das Ministerium der audiovisuellen Angelegenheiten (1993–1994) der Französischen Gemeinschaft an.

Sein gutes Management erziehungsrelevanter Dossiers erbringt ihm im Jahr 1994 den Posten des Vizepremierministers und Ministers der Kommunikation und der öffentlichen Unternehmen ein.

Bei der Bildung der nächsten Regierung wird er zum Vizepremierminister und Minister der Wirtschaft und  der Telekommunikation ernannt. Mitte 1998 kommt noch der Außenhandel hinzu.

Nach den Wahlen von 1999 ist er einer der wichtigsten Verhandlungsführer bei den Vereinbarungen der neuen Regenbogenkoalition. Nach dem Ende der Verhandlungen wird er Ministerpräsident der Wallonischen Region. Nach einigen Monaten harter Arbeit stellt er den „Zukunftsvertrag für die Wallonie“ auf. Dieses Zehnjahresprogramm bündelt die treibenden Kräfte der Wallonischen Region rund um ehrgeizige Ziele der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung.

1999 wird er durch allgemeine Abstimmung der Mitglieder zum SP-Vorsitzenden gewählt. Ungeachtet der Konkurrenz durch drei andere Bewerber um diesen Posten gelingt es ihm, 71 % der 40.000 abgegebenen Stimmen auf sich zu vereinen. Danach tritt er als regionaler Ministerpräsident zurück, um sich ganz auf Reform und Modernisierung der Partei konzentrieren zu können.

Seit November 1999 ist er auch Vizepräsident der Sozialistischen Internationale.

Nach den Gemeinderatswahlen im Oktober 2000 wird er mit einer sehr großen Mehrheit zum Bürgermeister von Mons gewählt.

Als Staatsminister (seit 2002) vertritt er Belgien beim Europäischen Konvent, der einberufen wurde, um eine europäische Verfassung auszuarbeiten.

Im Februar 2003 veröffentlicht er „Le Progrès partagé“. Dieses analysierende Buch ist eine Zusammenfassung der Arbeit, die Mitglieder und fortschrittliche Anhänger der SP im Laufe von 500 Tagen in den „Ateliers du Progrès“ verrichtet haben, um ein neues sozialistisches Parteiprogramm zu entwickeln. Mit mehr jungen und mehr weiblichen Mitgliedern sowie mit Offenheit für alle linken Reizthemen macht sich die SP ein vollkommen neues Projekt zu eigen.

Am 18. Mai 2003 belohnt der Wähler diesen Ansatz bei der Parlamentswahl. Die SP kann sowohl in Brüssel als auch in der Wallonie viele Stimmen hinzugewinnen und verstärkt ihre Position als größte französischsprachige Partei. Es ist das erste Mal, dass eine Partei an der Macht derart große Fortschritte macht.

Elio Di Rupo – ins Parlament gewählt – wird am 21. Mai 2003 vom König zum Informatur ernannt. Er berät sich mit dem gesellschaftlichen Mittelfeld und übergibt dem Staatsoberhaupt einen ausführlichen Bericht mit dem Titel „Für ein kreatives und solidarisches Belgien“. Dieser Text dient als Grundlage der Verhandlungen, die im Juli 2003 in einer neuen „lila“ Koalition zwischen Sozialisten und Liberalen münden.

Am 28. September 2003 wird Elio Di Rupo als SP-Vorsitzender mit 94 % aller Stimmen wiedergewählt.
Im September 2005 ist er einer der wichtigsten Initiatoren hinter dem wallonischen „Marshallplan“, der die Anstrengungen erhöhen soll, um der Region wieder zu Wohlstand zu verhelfen. Am 6. Oktober 2005 wird er erneut Ministerpräsident der Wallonischen Region. Er bleibt PS-Vorsitzender und wird verhinderter Bürgermeister der Stadt Mons.

Im Juli 2007 wird er mit 89 % der Stimmen als SP-Vorsitzender wiedergewählt.. Zugunsten von Rudy Demotte tritt er von seiner Funktion als Ministerpräsident der Wallonischen Region zurück und wird erneut hauptamtlicher Bürgermeister von Bergen.

2007 wird er zum Vizepräsidenten der Sozialistischen Internationale gewählt.

Im Juni 2010 waren die föderalen Wahlen ein großer Erfolg für die PS auf französischsprachiger Seite und für die Nationalisten der N-VA auf niederländischsprachiger Seite. Elio Di Rupo wird vom König zum Preformator ernannt, aber eine einvernehmliche Lösung schein unmöglich zu sein. Für Belgien beginnt eine der längsten Krisenperioden seiner Geschichte.

Am Sommeranfang 2011 wird Elio Di Rupa Formator. Es gelingt ihm, eine ausreichende Anzahl Parteien um einen Tisch zu scharen, um eine große Staatsreform zu realisieren. In einer konstruktiven Atmosphäre, in der das Vertrauen zwischen den Partnern wiederhergestellt ist, nimmt diese Reform langsam Gestalt an.

Am 12. Oktober stellt Formator Di Rupo gemeinsam mit den 8 Parteien am Verhandlungstisch (PS, MR, CDH, Ecolo, CD&V, Open VLD, SP.A und Groen!) die sechste institutionelle Reform vor – eine der wichtigsten, die unser Land je erlebt hat. BHV wird geteilt und die Grundrechte der Französischsprachigen im Rand um Brüssel werden gestärkt. Regionen und Gemeinschaften erhalten bedeutende neue Befugnisse und die dazugehörigen Mittel. Das soll ihnen ermöglichen, eine Politik umzusetzen, die dem Bürger und der Realität in der Praxis näher steht.

Seit dem 5. Dezember ist er Premierminister von Belgien.